Liberty News - Festhypotheken haben sich deutlich verteuert

Die Preise für Festhypotheken steigen seit Längerem. Dabei liegen die Zinssätze aller Laufzeiten zwischen 2- und 10 Jahren ähnlich hoch, nämlich bei fast 3.00 %. 10-jährige Festhypotheken sind nun sogar leicht günstiger geworden als 2-jährige.

Die Zinssätze für Schweizer Festhypotheken notieren gemäss Hypotheken-Index von moneyland.ch aktuell bei fast 3.00 %. Seit Jahresbeginn befinden sich die Zinsen für Festhypotheken gemäss dem Hypotheken-Index in einem volatilen Seitwärtstrend und schwanken zwischen 2.40 % und 3.20 %. Festhypotheken mit einer Laufzeit von 2 Jahren notieren aktuell bei durchschnittlich 2.94 %, 5-jährige bei 2.85 % und 10-jährige bei 2.87 %.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Leitzins erst kürzlich wieder um 0.25 Prozentpunkte auf 1.75 % angehoben. Dies ist der fünfte Zinsschritt in Folge, seitdem die SNB im Juni 2022 begonnen hat, die geldpolitischen Zügel zu straffen. «Der Zinsschritt war vom Markt jedoch erwartet worden und führte praktisch zu keinen Änderungen bei den Richtzinsen von Schweizer Festhypotheken», sagt Benjamin Manz, Geschäftsführer von moneyland.ch.

10-jährige Festhypotheken sind günstiger als 2-jährige

Wie die aktuellen Durchschnittszinssätze für Festhypotheken zeigen, verlangen Hypothekengeber für längere Laufzeiten im Durchschnitt keine Aufschläge mehr. Aktuell liegt der durchschnittliche Richtzinssatz für 2-jährige Festhypotheken mit 2.94 % sogar leicht über demjenigen für 10-jährige Festhypotheken mit 2.87 %. «Das ist eine aussergewöhnliche Situation und deutet darauf hin, dass der Markt in den kommenden Jahren wieder mit sinkenden Zinsen rechnet», erklärt Felix Oeschger, Analyst bei moneyland.ch.

Zum Vergleich: Mitte Mai 2022 waren 2-jährige Festhypotheken noch über einen Prozentpunkt günstiger als 10-jährige. Für viele Hypothekarnehmer erscheinen damit langfristige Hypotheken gegenüber kurzfristigen und Saron-Hypotheken nochmals attraktiver.

Weitere Zinsschritte dürften folgen

Gemäss kürzlich gemachten Aussagen des SNB-Präsidenten Thomas Jordan wird der jüngste Zinsschritt wahrscheinlich noch nicht ausreichen, um die Preisstabilität nachhaltig zu gewährleisten. So gehen viele Experten derzeit von einem weiteren Zinsschritt um 0.25 Prozentpunkte im September 2023 aus. Ob es danach noch zu weiteren Zinsschritten kommen wird, hängt vor allem vom weiteren Inflationsverlauf ab.

Zinsen von Hypotheken könnten weiter steigen

Zwar ist die Inflationsrate in den Monaten März, April und Mai 2023 leicht zurückgegangen (jeweils gemessen im Vergleich zum Vorjahresmonat). Im Mai 2023 lag sie mit 2.20 % gegenüber dem Vorjahresmonat aber immer noch über dem von der SNB angestrebten Zielband von 0.00 % bis 2.00 %. «Solange die Inflation nicht nachhaltig unter die Marke von 2.00 % fällt, rechnen wir mit weiteren Zinserhöhungen», so Oeschger. Und er ergänzt: «Das hat auch Auswirkungen auf die Zinsen von Hypotheken, die noch in diesem Jahr weiter steigen könnten.»

Über den Hypotheken-Index von moneyland.ch

Der Hypotheken-Index von moneyland.ch basiert auf den online publizierten Richtzinssätzen, die moneyland.ch jeden Tag zweimal automatisiert erhebt. Für 10-jährige Festhypotheken entspricht der Index dem täglichen Durchschnittswert der Zinssätze von über 30 Banken und Versicherungen. Zusätzlich werden Richtzinssätze für Festhypotheken mit weiteren Laufzeiten, variable Hypotheken, Baukredite und Saron-Hypotheken indexiert.