Vorsorgeausgleich im Scheidungsfall verbessert 

Gemäss Bundesrat sollen schon bald Mängel des Vorsorgeausgleichs bei der Scheidung beseitigt werden. Die notwendige Botschaft zur Anpassung im Zivilgesetzbuch (ZGB) ist bereits verabschiedet worden.

Im Scheidungsfall stellt sich häufig die Frage, wie die Ansprüche der 2. Säule unter den Eheleuten zu verteilen sind. Nach heute geltendem Recht, ist die während der Ehe erworbene Austrittsleistung grundsätzlich hälftig zu teilen. Eine Ausnahme besteht, wenn infolge Alter oder Invalidität bereits ein Vorsorgefall eingetreten ist. In diesem Falle hat der berechtigte Ehegatte Anspruch auf eine sogenannte „angemessene“ Entschädigung.

Die aktuelle Gesetzesrevision sieht vor, die während der Ehe geäufneten Mittel auch dann zu teilen, wenn bereits bei Einleitung der Scheidung der Vorsorgefall eingetreten ist. Die Einleitung des Scheidungsverfahrens bildet in diesem Fall der massgebende Zeitpunkt zur Berechnung der anspruchsberechtigten Leistung.

Tritt der Vorsorgefall „Invalidität“ ein, bevor der Ehepartner das ordentliche Rentenalter erreicht, wird für den Vorsorgeausgleich auf jene hypothetische Austrittsleistung abgestellt, auf welche diese Person Anspruch hätte, wenn die Invalidität entfallen würde. Dies erfolgt in Form einer geteilten Rente, die dem ausgleichsberechtigten Ehepartner lebenslänglich entrichtet wird.

Liberty Vorsorge teilt die Meinung des Bundesrats, wonach im Scheidungsfall die Teilung der Ansprüche sinnig und notwendig ist. Sind davon doch gerade Frauen betroffen, die während der Ehe fern vom Erwerbsleben anderweitige Aufgaben wie z.B. Betreuung der eigenen Kinder, Angehörige oder Besorgung des gemeinsamen Haushaltes o.ä. wahrnehmen und somit keine eigene berufliche Vorsorge aufbauen konnten.