Liberty News - Welche Anbieter sind beim Wertschriftenkauf die günstigsten?
Ob Aktien, Obligationen oder ETF: Viele Schweizer legen ihr Geld in Wertschriften an. Je nach Anbieter kann das Investieren teuer werden, wie die Analyse von moneyland.ch zeigt. Wer einen günstigen Broker wählt, kann viel Geld sparen.
Eine wachsende Zahl von Schweizerinnen und Schweizern legt ihr Geld auf dem Aktienmarkt an. Tatsächlich hat die Rendite von breit gestreuten Investitionen in Aktien jene von konservativeren Anlagemöglichkeiten wie Sparkonten in der Vergangenheit langfristig übertroffen, wenngleich es dafür keine Garantie gibt und Verluste stets möglich sind. Hohe Gebühren beim Anlegen können die Erträge allerdings erheblich schmälern.
Der Online-Vergleichsdienst moneyland.ch hat die Gebühren der wichtigsten traditionellen Banken und Online-Broker in der Schweiz untersucht. Wie die Analyse zeigt, sind die Kostenunterschiede zwischen den Anbietern beträchtlich. Die Untersuchung erfolgte auf Basis dreier Profile: passives Portfolio, Gelegenheitstrader und Vieltrader. «Je nach individueller Nutzung können die effektiven Gebühren deutlich von den hier dargestellten Profilen abweichen», bemerkt Dan Urner, Redaktor bei moneyland.ch. Es lohnt sich deshalb, die Trading-Anbieter auf Basis der persönlichen Nutzung zu vergleichen.
Diese Gebühren der Anbieter fallen ins Gewicht
Die meisten Kosten beim Anlegen hängen vom gewählten Trading-Anbieter ab. Ins Gewicht fallen vor allem Transaktionsgebühren (Courtagen) beim Kauf und Verkauf von Titeln sowie regelmässige Depot- und Grundgebühren. Hinzu kommen Wechselkursgebühren. Einige Broker verrechnen separate Börsengebühren, die sich aber eher nur geringfügig bemerkbar machen. Unabhängig vom Anbieter fallen bei jeder Transaktion Stempelabgaben an.
Die Analyse berücksichtigt allfällige Depot- und Grundgebühren sowie Courtagen und Stempelabgaben für ein Jahr. Dabei werden ein bestimmter Depotwert sowie allfällige Transaktionen an verschiedenen Börsenplätzen angenommen. Produktkosten von Fonds und ETF werden nicht berücksichtigt. Die Untersuchung geht von der Nutzung von E-Banking aus, allfällige Aufpreise für Telefonaufträge finden daher keine Berücksichtigung, fasst Urner zusammen.
Profil 1: Diese Anbieter sind am günstigsten für ein passives Portfolio
Nicht alle Anlegerinnen und Anleger kaufen und verkaufen aktiv Wertschriften. Vielen geht es nur darum, ihre Wertschriften zu deponieren. Für das Profil «passives Portfolio» geht moneyland.ch von einer solchen Person aus: Sie nimmt keine Transaktionen vor und verwahrt ihre bestehenden Titel lediglich auf einem Wertschriftendepot. Das Depot ist mit Titeln im Gesamtwert von etwa 45’000 Franken bestückt.
Den Kostenvergleich gewinnt jener Anbieter, der keinerlei Depot- oder Grundgebühren verrechnet: die Saxo Bank. Für das Profil entstehen hier folglich gar keine Kosten, mit Ausnahme allfälliger produktabhängiger Gebühren. Auf den Rängen zwei und drei folgen Trade Direct (48.60 Franken) und Postfinance (72 Franken).
Profil 2: Diese Anbieter sind am günstigsten für Gelegenheitstrader
Für das Profil des Gelegenheitstraders geht moneyland.ch von einem Depotwert von rund 45’000 Franken und insgesamt zwölf Transaktionen pro Jahr aus.
Den ersten Platz im Kostenvergleich belegt auch hier mit recht deutlichem Abstand die Saxo Bank, bei der insgesamt 68.30 Franken an Gebühren und Abgaben anfallen. Cornèrtrader (245.35 Franken) und Postfinance (345.45 Franken) komplettieren das Spitzentrio.
Profil 3: Diese Anbieter sind am günstigsten für Vieltrader
Für das Profil des Vieltraders nimmt moneyland.ch einen Depotwert von etwa 75’000 Franken und 70 Transaktionen pro Jahr an.
Auch hier schwingt die Saxo Bank deutlich obenaus. Bei ihr werden Kosten von insgesamt 748.20 Franken fällig. Dahinter folgt Cornèrtader mit 1275.10 Franken. Swissquote belegt mit 2433.50 Franken den dritten Rang.
Smartphone-Banken als Alternative
Wer in Aktien und ETF investieren möchte, kann alternativ auch auf Smartphone-Banken (Neobanken) setzen. Diese warten vor allem für Kleinanlegerinnen und Kleinanleger mit attraktiven Konditionen auf. «Für grössere Beträge können spezialisierte Online-Broker günstiger sein. Zu beachten ist auch, dass das Wertschriften- und Dienstleistungsangebot im Vergleich zu klassischen Brokern eher limitiert ist», erklärt Urner.
Wer seine Anlagen ausserdem lieber am Computer als auf dem Handy tätigt, ist bei Smartphone-Banken eher schlecht aufgehoben: Denn hier besteht lediglich Zugang zu einer App. Weitere Informationen zum Anlegen mit Smartphone-Banken hat moneyland.ch in einem spezialisierten Ratgeber zusammengestellt.